Unsicherheit überfällt mich…

Veröffentlicht: 3. Oktober 2013 in Gedanken
Schlagwörter:, ,

Jeden Tag, jede Stunde, jede Minute kämpfe ich gegen dieses Gefühl an, dass mich jedes Mal wieder zerbricht. Dieses Gefühl, dass all deine Hoffnungen zerstört und dich an dem Sinn deines Lebens zweifeln lässt…

Ist alles, was ich sage oder wie ich reagier, falsch?

Es gibt Tage, da kommt diese Frage nicht eine Sekunde in mir auf. Leider gibt es zur Zeit noch mehr Tage, wo ich mir immer und immer wieder diese Frage stelle. Bin ich einfach nur zu sensibel und überbewerte die Reaktion meines Gegenübers? Vielleicht hat er auch nur einen schlechten Tag oder fühlt sich nicht wohl? Doch warum sollte er es dann an mir auslassen? Ich hinterfrage in solchen Augenblicken nicht einen Moment, ob die Reaktion gerechtfertigt ist. Ganz im Gegenteil gehe ich mit Sicherheit davon aus, dass ich etwas getan, gesagt oder mit meiner Mimik/Gestik der Auslöser war.

Wieso ich das denke? Ich weiß es nicht. Ich weiß, dass ich in keinster Weise perfekt bin und ich Fehler machen darf. Dennoch habe ich diesen Zwang in mir perfekt zu sein, alles richtig zu machen und von allen gemocht zu werden. Dieses Gefühl gebraucht zu werden und wichtig zu sein. Jedes kleine Anzeichen eines Konfliktes lässt mich an mir zweifeln, schwächt mein Selbstvertrauen und lässt die Unsicherheit wachsen. Ich will doch nur alles richtig machen und gleichzeitig ich selbst sein dürfen – so funktioniert es nur leider in der wirklichen Welt nicht.

Am Ende, in Situationen wie dieser, spiele ich nun alle Möglichkeiten durch, wie ich hätte anders reagieren können, was ich hätte sagen können und wie ich diese Situation anders hätte lösen können. So sitze ich nun hier auf meiner Couch, ärgere mich über mich selbst und werde mir das nächste Mal besser überlegen, was ich tue. Ich werde solange darüber nach denken, bis die Situation vorbei ist und ich mich dabei wieder total vergessen habe. Sicherlich könnte ich jetzt auch mit ihm darüber reden, aber was sollte das bringen. Ich möchte doch Nicht aus jeder Mücke einen Elefanten machen. Außerdem, für wie wichtig würde ich mich halten um über meine Probleme eine solche Diskussion zu starten?
Ich werde es wohl wieder in mich rein fressen und bereuen, dass ich nicht aus meinem alten Verhaltensmuster ausbrechen konnte.

Wieso fällt es mir so schwer? Wieso nehme ich lieber in Kauf mich schlecht zu fühlen als einmal für meine Gefühle zu kämpfen?

Kennt ihr solche Gedanken? Wie fühlt ihr euch dabei? Wie geht ihr damit um?

Liebe Grüße und Kuss,

Eure Shynami

Advertisements
Kommentare
  1. chnopfchopf sagt:

    Ich kenne das Gefühl, auch ich suche den Fehler immer bei mir, ich entschuldige mich für alles, lasse mich selbst leiden. Doch manchmal glaube ich, sollten wir abwarten, den Fehler nicht bei uns suchen, denn auch die andern sind nicht fehlerlos.

    • Oh, absolut! Bis vor einigen Tagen noch suchte ich den oder die Fehler ausschließlich bei mir. Während andere Menschen, bzw. ein bestimmter, sich in seiner wohligen Selbstgerechtigkeit und Melancholie suhlt und der Ansicht ist, er sei das Opfer der ganzen Situation, beißt sich aber trotzdem weiter tapfer durch. Völliger Blödsinn sowas. Kein Mensch ist unfehlbar und die, die dies am meisten von sich behaupten, haben oftmals die meisten Leichen im Keller.

  2. Ja, ich kenne diese Gedanken. Ich fühle mich dabei von mir selbst verraten. Ich habe gelernt, auch einfach mal „nein“ zu sagen, ohne, dass ich mich gleich als schlechter Mensch fühle. Und ich habe gelernt, mir rein gar nichts mehr gefallen zu lassen.

    Ich kenne dich nicht persönlich, jeder Mensch ist unterschiedlich. Ich glaube aber, dass manche Menschen dazu neigen, sich selbst zurückzustellen, weil sie 1. jemand anderen nicht verletzen oder schaden wollen und 2. weil, gerade in einer Depression, das Selbstwertgefühl leidet.

    • shynami sagt:

      Das mit dem „nein“ sagen und den wahren seiner eigenen Grenzen schaffe ich noch nicht in dem Maß, wie es gut für mich wäre. Noch zu oft und zu viel kümmere ich mich lieber um die Probleme anderer als um meine. Das Bewusstsein ist dafür da, nur in diesen Situationen den Mut aufzubringen für sich selber einzustehen, da mangelt es mir noch. Diese Gedanken jemanden dadurch zu verletzen oder schlimmsten Fall zu verlieren sind einfach noch allgegenwärtig. Mein Selbstwertgefühl ist momentan leider noch ausschließlich an die Meinung anderer über mich gekoppelt.

      Wie hast du es geschafft dieses „schlechte Gewissen“ abzulegen?

  3. Ich habe es dadurch geschafft, dass ich einfach erkannt und eingesehen habe, dass die Mehrheit der Menschen sich selbst am nächsten ist. Noch wichtiger für mich selbst jedoch war die Erkenntnis, dass ich über Jahre hinweg beinahe daran zerbrochen wäre, mich an die zweite oder dritte Stelle zu setzen. Und wenn es dir wichtig ist, für andere da sein zu können, wenn sie dich brauchen, so kannst du das nur, wenn du selbst stabil genug bist. Es ist enorm wichtig eine Art „home zone“ um sich herum zu haben, und zwar mit einem dicken, fetten „STOP“-Schild.

    Ich hatte mich seinerzeit auch eher um die Probleme anderer gekümmert, bis ich merkte, dass ich nur vor meinen eigenen weglaufe. Und ein Mensch, dem du „nein“ sagst.. was denkst du, was er dann fühlt? Was würdest du fühlen? Du wärst sicher nicht dermaßen gekränkt, wie du es von den anderen glaubst. Sie sagen meist „ok, dann muss ich eine andere Lösung finden“.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s