Das Arbeitsleben und ich…

Veröffentlicht: 6. Oktober 2013 in Gedanken
Schlagwörter:, , , , ,

Morgen ist es soweit, nachdem ich nun seit knapp 6 Monaten krank geschrieben bin, werde ich morgen früh ab 9:00 Uhr die erste Phase meiner Wiedereingliederung starten. Anfangen werde ich nur mit 2 Stunden eine Woche lang, danach zwei Wochen für 4 stunden und als letztes 6 Stunden ebenfalls für zwei Wochen. So sieht er aus, der Plan, den meine Therapeutin und ich uns ausgedacht haben. Ich war bei dem Gespräche mal wieder zu optimistisch und wollte alles richtig machen, denn ich hätte am liebsten die ganze Aktion in drei Wochen durchgezogen. Ich kann ja nicht noch länger der Krankenkasse/ dem Staat auf der Tasche liegen. Außerdem meldet sich nebenbei noch mein verdammtes Pflichtbewusstsein, was sich dagegen sträubt weiterhin auf der faulen Haut zu liegen.

Jedoch, wenn ich ehrlich bin, bekomme ich alleine bei dem Gedanken daran Zitteranfälle, kalten Schweiß und eine Panikattacke nach der anderen. Ich war in den letzten 6 Monaten seit dem Tag meines Zusammenbruches nicht einmal in der Nähe dieses Gebäudes. Ich konnte es einfach nicht! Vorgenommen hatte ich es mir öfter in einer guten Phase nur einmal daran vorbei zu fahren, aber ich konnte die Kraft dazu nicht aufbringen.

„Ein gebranntes Kind scheut das Feuer“, so ähnlich ist es bei mir. Meine Arbeit und mein Arbeitsalltag waren zwar nicht die Ursachen meiner Depressionen, aber der Auslöser für meine bis dato schlimmste Akutphase. Ich habe Angst davor, was mich dort erwartet und die absurdesten Befürchtungen spielen sich in mir ab. Wie werden mich meine Kollegen ansehen? Was werden sie von mir denken? Reden sie hinter meinem Rücken und Lachen über mich? Werde ich je wieder dazu gehören? Was passiert, wenn ich in den gleichen Strudel wieder gefangen werde? Ein zweites Mal überlebe ich diese Phase nicht. Ein zweites Mal will ich diese Phase nicht überleben!

Ich versuche mich abzulenken, die ganze Situation mit positiven Erwartungen/Hoffnungen erträglicher zu machen, aber die Gedanken währen nur Sekunden und werden umgedreht. Nun liege ich hier auf meiner Couch und klammere mich verzweifelt an meiner Tasse fest, starre auf die Uhr und hoffe die Zeit bleibt stehen. Ich will später nicht schlafen gehen und ich werde wahrscheinlich nicht schlafen…

Advertisements
Kommentare
  1. Mauerspecht sagt:

    Ich wünsche dir alles gute. Kopf hoch, das wird schon. Ich weiß das klingt blöde in deiner Situation, aber manchmal läuft das, wovor man Angst hat, viel besser als man zu träumen glaubt …

    • shynami sagt:

      Vielen Dank! Du hast wahrscheinlich Recht, aber du weißt bestimmt auch, dass Gedanken manchmal echte Teufel sein können. Sie lassen einen einfach nicht in Ruhe… Ich schaue gerade einen Film um abzuschalten, klappt bis jetzt ganz gut…

    • shynami sagt:

      Als ich davor stand und das Gebäude gesehen habe – der pure Horror! Ich hab alles mitgenommen, vom Schweißausbruch über Zittern am ganzen Körper. Den Heulkrampf konnte ich mir zum Glück verkneifen.
      Mein Glück war, dass nur drei Kollegen da waren. Ich musste viel erklären und erzählen, aber nichts desto trotz lief es besser als befürchtet – wie immer bei meinen Befürchtungen 🙂

      • Mauerspecht sagt:

        Hee das klingt doch gut. Die Angst kann ich nachvollziehen, würde mir sicher auch so gehen. Und freut mich zu hören, dass es ganz gut lief. Wird schon. Der erste Tag ist der schlimmste.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s