Der Kampf gegen die alten Muster…

Veröffentlicht: 13. Oktober 2013 in Gedanken
Schlagwörter:, , , , , , , , , ,

Als Erstes möchte ich sagen, dass ich diesen Text aus dem Bauch heraus schreibe, so dass ich Gedankensprünge oder Themensprünge leider nicht vermeiden kann 😉

Ich merke wie ich jeden Tage mehr Momente habe, in denen meine alten Mechanismen siegen. Das klingt im ersten Augenblick nicht schlecht, aber diese Verhaltensmuster haben mich „damals“ schon völlig meiner Kraft beraubt. Ich möchte nicht wieder in dieses Loch fallen, denn ich glaube nicht, dass ich es noch einmal hinaus schaffen würde. Es ist schwer im „normalen Alltag“ immer abzuwägen und mir meiner jahrelang antrainierten Muster bewusst zu werden. Ich gleite ungewollt, aber irgendwie auch kampflos in meine alte „Rolle“. Ich bin verängstigt und verärgert über mich selbst.

Mein Essverhalten wird schlimmer, aber ich habe das Gefühl momentan gibt mir genau das Kraft. Ich hatte nach der Klinik gesagt, dass ich mindestens 2 Mahlzeiten esse. Ich muss mich zur Zeit zwingen überhaupt etwas zu essen. Dennoch empfinde ich es eher als Segen und gibt mir das Gefühl von Kontrolle (ich weiß, die habe ich in dem Punkt eigentlich schon verloren), was ich gerade mehr denn je brauche.
Meine „sozialen Kontakte“ vernachlässige ich, weil ich mich alleine zum jetzigen Zeitpunkt wohler fühle. Mir fehlt der Antrieb und die Kraft um gute Laune „zu spielen“, auch wenn ich genau weiß, dass ich das bei meinen Freunden nicht machen müsste. Andererseits fühle ich mich in meinen vier Wänden gefangen, obwohl ich wohl eher in mir gefangen bin. Ich suche nach jedem Fetzen Sicherheit und meine vertraute Umgebung fesselt mich. Ich nehme mir oft vor, mich bei bestimmten Personen zu melden und mich zu treffen oder einfach nur zu telefonieren, aber ich schiebe es auf die lange Bank und irgendwann ist es zu spät. Ich kann es nicht erklären, so will ich doch gar nicht sein.
Mein Selbstwertgefühl ist auf dem Nullpunkt. Ich kann mich weder im Spiegel anschauen, noch empfinde ich meine Tätigkeiten als sinnvoll. Ich mag mich einfach nicht mehr. Ich bin mir nicht sicher, ob das der Grund für mein Verhalten ist, aber umso mehr ich mich so minderwertig fühle umso mehr suche ich nach Bestätigung von außen. Ich hasse mich dafür, mein Umfeld so zu benutzen damit ich das Gefühl habe mich besser zu fühlen. In Wahrheit fühle ich mich dadurch nicht besser ganz im Gegenteil dadurch werden meine Selbstzweifel nur größer und das Unverständnis für mich. Ich suche an jeder Ecke nach dem Gefühl gemocht/geliebt zu werden, vor allem bei Männern. Manche würden dazu sagen, dass ich meinen Marktwert teste, aber das ist es nicht. Es ist wie ein Zwang, etwas über das ich die Kontrolle verliere. Diese Gefühl als wertvoller Mensch angesehen zu werden, der es wert ist, dass man sich seine Gegenwart wünscht. Ich hasse es!!! Ich hasse mich dafür!!! Ich verletze absichtlich Menschen. Ich suche den Weg aus diesem Moloch.

Ich fühle mich schwach und habe das Gefühl den Kampf zu verlieren. Ich gebe mir die Schuld daran. Vielleicht habe ich es einfach nur nicht genug versucht? Ich möchte nicht einer der Menschen sein, die sich hinter der Diagnose und Krankheit verstecken. Ich möchte kämpfen! Wieso stell ich mich dann so dumm dabei an? Ich meine, es klingt doch ganz einfach, dass zu ändern, was dich nicht glücklich macht. Wieso ist es für mich dann so schwer?

Advertisements
Kommentare
  1. Mir ging bzw. geht es oft genauso. Antriebslosigkeit, nur zuhause wohlfühlen, wo einem aber am Ende doch die Decke auf den Kopf fällt, Schwierigkeiten mit dem Essen und Bestätigung.. Ich weiß sehr gut, was du meinst und wie du dich fühlst.
    Sei nicht ganz so streng mit dir. Du bist krank, dafür kannst du nichts. Du nimmst es doch in die Hand, um etwas zu ändern. Es hat sich so lange schleichend aufgebaut, dass es seine Zeit braucht, um sich wieder abzubauen. Und das ist in Ordnung so. Ein wenig Geduld muss man allerdings aufbringen.
    Liebe Grüße

    • shynami sagt:

      Danke für deine Worte!
      Ich finde es zur Zeit nur wahnsinnig schwierig geduldig mit mir zu sein. Ich sehe die Gefahr, die kleinen Erfolge der letzten Zeit zu verspielen und ich sehe eine wachsende Gefahr, mir wichtige Menschen zu verletzen und zu „zerstören“. Ich vertraue mir und meinem Verhalten momentan nicht, weder was mein Kopf sagt noch meinem Herzen oder meinem Bauchgefühl.
      Ich glaube, genau das ist der Punkt, an dem sich entscheidet, wer gewinnt…die Krankheit oder ich…

      • Razor Blade sagt:

        auch wenn es momentan für dich schwer fällt auf deine sinne zu hören es gibt menschen in deinem leben die dir helfen wollen und hinder dir stehen um dir denn halt zu geben den du brauchst

  2. Alte Verhaltensmuster zu durchbrechen ist nicht einfach und erfordert Zeit. Und vor allem Geduld mit sich selbst. Wenn man mal zurückfällt, soll man es nicht als „Fehler“ ansehen, sondern als einen weiteren Schritt nach vorne, auch wenn dies paradox klingt. Denn ein kleiner Rückschritt kann auch weitere Kräfte zum „Vorwärtskommen“ mobilisieren.

    Wenn du dich zurückziehen willst, ist das vollkommen in Ordnung und kein Rückschritt. Wenn du dir zum Beispiel deinen Arm brichst, kannst du auch nicht hingehen, und Tennis spielen. Du kannst auch deinen Arm nicht trainieren und Liegestütze machen, um wieder Tennis spielen zu können. Nein, du wirst mindestens sechs Wochen einen Gips tragen, um deinen Arm zu kurieren. Genau so ist es mit der Seele. Man soll und darf sie nicht „trainieren“, also überfordern, sondern behutsam und geduldig mit ihr umgehen. Wie bei einem gebrochenen Arm.

    Versuch dir Ablenkung zu suchen und dich nicht immer in die Gedankenspirale zu begeben, die zu nichts führt. Sport? Kreatives? eine Komödie anschauen?

    Kleine Schritte. Man kann den Mount Everest auch nicht mit Sandalen besteigen.

    Gute Besserung

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s