Zitat des Tages 21.10.2013

Veröffentlicht: 21. Oktober 2013 in Zitate
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„Ohne Freunde können wir kein vollkommenes Leben führen.“
(Dante Alighieri)

Dem kann ich nur gänzlich zustimmen.

Als mich die Symptome meiner Depression langsam wieder einholten, zog ich mich mehr und mehr von allen zwischenmenschlichen Kontakten zurück. Ich ließ meiner Familie und damaligen Freunden nicht einmal die Chance an mich heran zu kommen.  Heute weiß ich, dass es genau der falsche Weg war. Ich verkroch mich in meinen Gedanken, schämte mich für mein Verhalten und dachte nicht im Entferntesten daran, dass mich irgendjemand verstehen geschweige denn helfen könnte. Dadurch wurde ich nur noch mehr in diesen Strudel gezogen, aus dem ich schon damals nicht mehr alleine raus gekommen wäre. Selbst in der Behandlung viel es mir unglaublich schwer mein Umfeld an mir teilhaben zu lassen.

Es bedarfte viele Bemühungen und Anstrengungen der Anderen damit ich mich öffnete. Jetzt langsam hat sich heraus kristallisiert, wen ich von meinen Kontakten als Freund/Freundin bezeichnen kann. Jetzt kann ich sagen, ohne Sie wäre ich nicht der Mensch, der ich jetzt bin und könnte nie zu der Frau werden, die ich sein kann.

Ich schätze ihre Meinung. Ich weiß, dass sie ehrlich zu mir sind, egal ob positiv oder negativ. Sie waschen mir den Kopf, geben mir Nähe, Verständnis und Unterstützung. Sie zeigen mir andere Sichtweisen und alternative Verhaltensweisen. Ich lerne jeden Tag von Ihnen.  Ohne sie wäre mein jetziges Leben nichts anderes als mein altes Leben.

Meine alten Freunde sind, verständlicherweise sehr geschrumpft in den letzten Jahren, ich habe sie auch sehr vernächlässigt, links liegen gelassen und manchmal einfach auflaufen lassen. Einige wenige sind mir geblieben und langsam versuche ich die Freundschaft von damals wieder zu beleben. Es wird anders werden, denn ich bin anders. Vielen von Ihnen wissen nichts von meiner Krankheit und ich habe immer noch diese Hemmschwelle es auszusprechen. Es wird noch ein Stückchen Arbeit werden.

Ich muss noch viel an mir arbeiten, denn ich merke immer wieder, wie ich meine Freunde in die Warteschlange packe oder Ihnen nicht die Priorität beimesse, die sie verdienen. Jedes Mal vor einem Treffen muss ich mich zwingen hinzugehen. Die Antriebslosigkeit überfällt mich, obwohl ich genau weiß, dass es mir Spass machen wird.

Auch wenn Sie es (wahrscheinlich) nicht lesen werden:

Marie, Nicole, Binchen, Susi,Jan … ihr gebt mir mehr, als ihr euch denken könnt. Ich bin froh euch zu haben, auch wenn es mit mir öfter schwieriger ist. Ich hab euch wahnsinnig lieb!

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