Zitat des Tages 22.10.2013

Veröffentlicht: 22. Oktober 2013 in Zitate
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„Glücklich ist nicht, wer anderen so vorkommt, sondern wer sich selbst dafür hält.“
(Lucius Annaeus Seneca)

Vor ein paar Tage sagt ein Kollege zu mir, nachdem er von meiner Krankheit erfuhr: „Es trifft immer Diejenigen, wo man es am wenigsten erwartet.“

Über Jahre hinweg habe ich eine Maske für meine Umwelt getragen. Ich war der Sonnenschein für alle, jemand der schlechte Laune oder Traurigkeit nicht kannte und immer ein Lächeln auf den Lippen hatte. Ich ließ alle glauben, dass ich glücklich bin und wendete enorm viel Kraft auf um diese Fassade aufrecht zu erhalten. 

Wieso?

Jetzt weiß ich, dass es einfacher für mich war, denn ich musste niemanden erklären, was in mir vorgeht. Niemand fragte danach. Ich umschiffte die Fragen und mitleidigen oder ungläubigen Blicke. Ich wurde gemocht. Zumindest in meinem Kopf war es nur aufgrund meiner dauerhaften guten Laune. Wie sollte man auch einen Menschen mögen oder in seiner Nähe sein wollen, wenn er missmütig, traurig oder niedergeschlagen ist?

Ich war nicht glücklich, ganz im Gegenteil. Ich fühlte mich leer, nutzlos und total deplaziert. Am Ende fühlte ich mich weniger ich als jemals zu vor, wie eine leere Hülle ohne Inhalt.

Ich lernte in der Therapie, dass glücklich sein nicht immer mit Freude oder Lachen auftreten muss. Ich weiß nun, dass man an sich arbeiten muss, um glücklich zu sein. Die kleinen Erfolge sehen und sich daran erfreuen und stolz sein.

Ich bin glücklich, weil ich lerne, wie ich auch negative Gefühle zulasse und zeige.

Ich bin glücklich, weil ich denke zu wissen, dass man mich auch mag, wenn ich nicht immer gute Laune verbreite.

Ich bin glücklich, weil ich lerne ICH-Selbst zu sein und mich neu kennen zu lernen.

Zur Zeit ist es noch ein täglicher Kampf gegen meine Gedanken und Gefühle und ich muss mir immer wieder bewusst machen, dass es Dinge, Momente, Menschen gibt, die mich glücklich machen. Ich halte mir die kleinen Erfolge vor Augen und versuche bewusst diese Momente festzuhalten. Irgendwann, vielleicht nicht morgen oder nächste Woche, aber irgendwann werde ich diesen Kampf hoffentlich nicht mehr führen müssen. Irgendwann werde ich hoffentlich einfach nur noch genießen können.

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Kommentare
  1. Razor Blade sagt:

    Diese drei punkte “ ich bin glücklich “ mache ich gerade auch durch und ich muss dir sagen es hilft.Aber dabei vergesse ich nicht die Menschen die mir dabei geholfen haben und vor allem einer Person bin dafür sehr dankbar. Sie musste mich erst in denn Arsch tretten und es sie hat es echt geschafft das ich nun meine gefühle zeigen kann. Aber leider sieht sie es nicht wie ich diese veränderung durch mache.

  2. markohhh sagt:

    Oh, ich kenne das ja nur zu gut :S Mit den 3 Punkten klappt das aber noch nicht so wirklich :/

    • shynami sagt:

      Bei mir leider auch nicht so richtig, zumindest nicht, wie ich es mir erwarte/erhoffe/wünsche. Ich sehe aber den winzig kleinen Erfolg, nämlich das ich diese Punkte formulieren und aufschreiben konnte…und dass ich es erkannt habe.

      Ich hoffe, dass es dir ähnlich geht – auch wenn die Umsetzung noch schwierig ist, wichtig ist die Erkenntnis 🙂

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