Der Frust mit dem Reden…

Veröffentlicht: 4. November 2013 in Diary, Gedanken
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Ach ja, das mit dem Reden ist immer so eine Sache. Ich bin leider auch kein Paradebeispiel und weiß über meine Schwierigkeit Bescheid. Deswegen fällt es mir so schwer wirklich enttäuscht oder sauer zu sein, wenn ich auf meine Fragen eher Schweigen als Antwort bekomme.

Ich belaste auch ungern mein Umfeld, wenn es mir schlecht geht – es ist ja mein Problem und nicht ihres. Jedoch verstehe ich, dass es nicht um Belasten geht, sondern um Verständnis. Wenn ich meinen Mund nicht aufmachen, kann niemand nachvollziehen, was mit mir los ist – warum ich vielleicht eher ruhig, reizbar oder sehr emotional bin.

Nun ja – Erkenntnis ist der erste Weg zur Besserung!

Am Wochenende hatte ich nun das perfekte Beispiel, wie es meinen Freunden/Familie geht, wenn ich mich eher in mich zurück ziehe. Ich merkte schon am Morgen, dass etwas mit meinem Freund nicht in Ordnung war. Leider kann ich keine Gedanken lesen oder hellsehen. Er hatte schlechte Laune und war mürrisch, doch jedoch mir zu erklären, wo genau die Ursache liegt, strafte er mich mit Schweigen und einer kalten Schulter. Ich fragte ihn mehrmals und bekam dennoch keine Antwort. Warum? Vertraute er mir nicht genug? Dachte er, dass ich es nicht verstehen würde? Lag es vielleicht an mir? Hatte ich irgendetwas falsch gemacht? Der Gedankenkreisel war in vollem Gange! Er lag im Bett und ich konnte keine Minute ruhig bleiben und tigerte durch die Wohnung.

Bevor mir die Decke auf den Kopf fiel, fragte ich eine Freundin, ob sie Lust hätte einen Kaffee zu trinken. Ich musste aus der Wohnung raus, wollte mal etwas anders machen und nicht darauf warten, dass er sich dazu „herablässt“ mit mir zu reden. Ich machte mich also fertig und sagte zu ihm, dass ich einen Kaffee trinken gehe, da er ja scheinbar nicht mit mir reden möchte.

Ich verbrachte mehrere Stunden mit meiner Freundin beim Kaffee, Reden und Frustshoppen. Das war ein teures Vergnügen! Als ich nach hause kam, stand er vor mir und schaute mich mit Hundeaugen und schmerzverzerrtem Blick an. Endlich rückte er mit der Sprache raus und meinte, dass er fast gar nicht geschlafen, Rücken- und Kopfschmerzen hat/hatte.

Wieso konnte er mir das nicht in einem einfachen Satz sagen? Wieso musste wir uns beide so runterziehen, weil wir nicht miteinander kommunizierten? Er meinte, ich müsste es doch merken. Ich werde demnächst mal einen Kurs in Gedanken lesen belegen, vielleicht hilft es beim nächsten Mal. Körperliche Schmerzen zu äußern finde ich einfacher, zumindest für mich, als mich lang und breit zu erklären. 

„Es geht mir nicht gut“ 5 Worte und der Tag wäre zumindest für mich und meine Gefühls- und Gedankenlage um einiges entspannter gewesen.

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Kommentare
  1. nandalya sagt:

    Ich glaube Männer denken noch zu sehr in Schablonen. Es geht ihm nicht gut. Das wertet er als Schwäche. Die mag er nicht teilen. Für dich mag er stark sein, der strahlende Held. Vermutlich geht sein Denken in die Richtung: Wenn ich schwach bin werde ich nicht geliebt … Also bloß keine Gefühle zeigen!

    Ziemlich doof finde ich. Mir als Frau die mit Frau lebt passiert das nicht. Wir reden. Immer. Über alles. Früher hatte ich oft Regelbeschwerden, Bauchkrämpfe. Natürlich habe ich darüber geredet und Gefühle gezeigt.

    Ich mag dir keinen Rat geben. Mit Mann kenne ich mich nicht wirklich aus. Aber wenn er versteht, dass Gefühle zu teilen wichtig ist, fängt er vielleicht auch an (mit dir) zu reden. Das zumindest wünsche ich dir 🙂

    LG

  2. shynami sagt:

    Hi und Danke:)

    Es ist schon schwierig, aber, wie ich feststellen musste, hat er gute Tage und schlechte Tage. Wir reden miteinander und auch viel darüber, was in uns beiden vorgeht. Dadurch fällt es mir auch manchmal so schwer zu akzeptieren, dass es Tage gibt an denen er einfach nicht reden will. Ist wohl so eine typische Männer Angwohnheit ;).

    Ich glaube, was mich – so im Nachgang darüber nachgedacht – wirklich stört, war dass ich mich leider viel zu sehr in ihm wieder erkenne. „Es ist nichts“ und „Passt schon“ sind meine liebsten Antworten auf diverse Fragen nach meinem Gemütszustand, aber andersrum kann ich das absoult nicht verstehen. Ist so gesehen schon sehr egoistisch…

    Liebe Grüße

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