Zum Teufel mit meinen Gedanken…

Veröffentlicht: 9. November 2013 in Diary
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Der Tag war super! Ich war unterwegs mit meiner besten Freundin. Wir haben gelacht und Spaß gehabt.

Doch jetzt, wo ich zu Hause bin und auf der Couch Ruhe finde, fühle ich mich einsam, wertlos und ungeliebt. Ich vermisse Nähe und Vertrautheit und auf der anderen Seite möchte ich lieber niemanden um mich haben. Mein Verstand sagt mir, dass diese Gefühle völliger Schwachsinn sind, dennoch fühle ich mich so leer. Die letzte Tage und Wochen kenne ich gar nicht anders als diese Achterbahn und langsam reagiere ich auch körperlich. Ständige Kopfschmerzen, dieses Zucken im Auge (was ich eigentlich nur aus meiner Akutphase kenne) und seit heute auch einen stechenden Schmerz in der Brust.

Mein Gott, warum stehe ich mir eigentlich immer selbst im Weg?

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Kommentare
  1. Mir gehts oft ähnlich. Zurzeit sind es tägliche Achterbahnfahrten und abends die schreckliche Einsamkeit gepaart mit denselben Gefühlen, die du beschreibst.
    Ich kuschel dann mit meinem aufgeheiztem Kirschkernkissen, um die kalten Gefühle mit ein bisschen Wärme zu bekämpfen.

    • shynami sagt:

      Ich kuschel mich in die Decke mit einem schönen Cappuccino, was mich die letzten Tage mehr oder minder gut „ablenken“ konnte. Doch heute ist es irgendwie anders…es wirkt nicht und ich kämpfe gerade mit mir um nicht einfach anzufangen zu weinen.

      • Warum weinst du nicht einfach? Bei mir sind die Tränen ein Ventil. Meine Emotionen strömen raus. Sie sind danach zwar nicht gänzlich weg, aber ich bin beruhigter.

      • shynami sagt:

        Ich stehe mich da mal wieder selbst im Weg. „Emotionen zeigen Schwäche und Verletzlichkeit“ und diese Gedanken hindern mich daran. Eigentlich totaler Müll…

      • Clumsy sagt:

        Hee, wenn du allein zu Hause weinst, dann sieht das doch keiner. Das darf man dann doch oder? Da dürften doch deine Gedanken auch nichts dagegen haben.

        Ansonsten kann ich mich Lebensschnipsel nur anschließen. Weinen (emotionaler Stuhlgang) ist verdammt wichtig. Ich bin Anfang des Jahres eher daran kaputt gegangen, dass ich es nicht mehr konnte. Ich war innerlich blockiert. Und dann kam alles raus. Zum Glück. Heftig und grausig. War aber vorherzusehen. Aber es war so verdammt wichtig. War das erleichternd. Und weißt du was ich gemacht habe? Ich habe es öffentlich gezeigt. Also nicht bei Freunden und Kollegen oder so. Aber jedem der mir auf der Straße über den Weg lief. Hat auch seinen Reiz. Du siehst plötzlich das Mitgefühl wildfremder Menschen oder auch die Unsicherheit. Eiii schau mal, niemand ist gefühllos und niemand ist perfekt … aber das nur am Rande .. und nein, ich wollte nicht von wildfremden Leuten angesprochen oder getröstet werden. Alles bloß dass nicht. Aber die Welt sollte auch mal sehen, dass es nicht nur Sonnenschein gibt …

      • shynami sagt:

        Ich weiß es! Es fühlt sich für mich dann nach einer Niederlage an!

        So einen Gefühlsausbruch hätten ich im April diesen Jahres auf Arbeit. Ich konnte tagelang nicht aufhören zu heulen, bis irgendwann nichts mehr ging…ich habe mich so hilflos gefühlt.

      • Clumsy sagt:

        Warum glaubst du, dass Weinen eine Niederlage ist? Wenn das so wäre, dann wäre jeder Mensch der weint ein Versager und nichts wert. Bin ich in deinen Augen nichts wert?

      • shynami sagt:

        Nein, ich habe mich wohl etwas unglücklich ausgedrückt. Menschen bzw. du sind/bist kein Versager in meinen Augen. Ich finde es für mich ein persönliche Niederlage. Ich bin was mich, meine Körper und meine Emotionen angeht sehr streng und versuche alles zwanghaft zu kontrollieren. Das Weinen als Kontrollverlust ist für mich eine Niederlage.

        Ich habe bis jetzt noch keinen Weg gefunden, diese Gedanken „umzuleiten“.

      • Clumsy sagt:

        Wenn du mir und anderen zugestehst, weinen zu dürfen, dann ist weinen doch keine schlechte Angewohnheit. Weinen ist doch auch Freiheit. Oder? Warum solltest du nicht auch diese Freiheit besitzen? Warum solltest du nicht auch diese Freiheit besitzen bzw. dir diese Freiheit nehmen?

        Und ist Weinen nicht auch ein natürlicher wichtiger Prozess (Ausschüttung von Hormonen, je nach Stimmungslage unterschiedliche Hormone). Oder?

        Ja ja ich weiß, viele Fragen 🙂 Bitte nicht falsch verstehen. Ist ein Versuch eines Dialogs.

      • shynami sagt:

        Als Freiheit habe ich das Weinen nie gesehen, interessante Sichtweise – darüber muss ich mir mal Gedanken machen, wenn mein Kopf etwas freier ist.

        Folgende Ausführungen sind meine wirren, unlogischen Gedanken 🙂
        Für mich war/ist es Verletzbarkeit. Wenn ich das Weinen zulasse, gebe ich einem anderen Mensch oder meinen Emotionen Macht über mich. Ich muss mir dann selbst eingestehen, dass ich nicht so stark bin, wie ich sein möchte.
        Mir wurde beigebracht, dass Weinen keine Lösung ist. Das Problem bzw. die Ursache bestehen ja weiterhin, darauf sollte ich meine Kräfte richten und nicht in Tränen.
        Weinend fühle ich mich in der Gegenwart von Menschen eher wie jemand der Mitleid/Aufmerksamkeit erhaschen will. Ich müsste erklären, was los ist und ich kann mich ja jetzt schon kaum ausdrücken ohne das es verwirrend klingt 😉

      • Clumsy sagt:

        Dass Weinen in Gegenwart von anderen Personen (vor allem bekannten) noch mal eine andere Kategorie verstehe ich. Ich habe dann auch zusätzlich zum „ich mag nicht, wenn man mich so zerbrechlich sieht“ (zeig mir jemanden dem das nicht so geht) das Problem, dass wenn man mich dann in den Arm nicht, dann ist es ganz aus 😀 …

        Klar sind die Probleme durch Weinen nicht weg. Aber man kann durch Weinen dafür sorgen, dass man nach dem emotionalen Gau wieder klarer denken kann und sich an das Problem ranmachen kann. Nicht unbedingt 5 min später sondern besser am nächsten Tag

        Ich geh jetzt schlafen. Ich wünsche dir eine Gute Nacht und grüble nicht zu viel 😉

        PS: Das Weinen ist sozusagen ein „seelischer Stuhlgang“. In den Tränen ist ein Stresshormon enthalten, das bei heftigen Emotionen zu stark freigesetzt wird. Dieses Hormon ist ein unspezifisches. Wir können ja vor Freude weinen, vor Wut oder vor Trauer. Auf jeden Fall muss es mit der Tränenflüssigkeit ausgeschwemmt werden. Dann erleben wir diesen seelischen Stuhlgang. (http://www.wissen.de/im-gespraech-zuerst-sind-immer-die-emotionen-da)

    • Es ist Samstagbend, meine Lieben. Der ist schon deprimierend, auch wenn man keine Depressionen hat. Früh schlafen gehen und auf morgen hoffen, das mache ich.

  2. Apropos Gedanken und Müll: In dem Buch, das ich gerade lese, werden ständige Grübeleien als Gedankenmüll bezeichnet. Sie haben in der Vergangenheit nicht geholfen und werden in der Zukunft auch nicht helfen. „Stattdessen wird akzeptiert, dass man sich in der Vergangenheit diese Grübelgedanken wie eine schlechte Angewohnheit zugelegt hat. Es ist, wie es ist. Aber man muss deswegen nicht weitergrübeln! (…) Entsprechend werden diese Grübelgedanken zwar akzeptiert, aber dann wird bei einem Gangwechsel (1) konsequent ‚ausgekuppelt‘ (2), bewusst ein neuer Gang bzw. Gedankeninhalt ausgewählt und dann (3) aktiv ‚eingelegt‘ und konsequent daran festgehalten.“

  3. nandalya sagt:

    Du stehst dir im Weg? Vielleicht hast du verlernt im entscheidenden Moment zur Seite zu gehen. Denk mal darüber nach 🙂
    LG

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