Das „normale“ Leben

Veröffentlicht: 17. November 2013 in Diary, Gedanken
Schlagwörter:, ,

Da hat es mich nun wieder, dass normale Leben. Es ging schneller als ich dachte und innerlich gehofft habe. Die Wiedereingliederung ist seit einer Woche vorbei und mir fällt auf, dass ich in eine Art Stagnation verfalle.

Neben der Arbeit, dem Haushalt und meinem Lebensgefährten finde ich mittlerweile nur noch selten Zeit um mich mit mir zu beschäftigen. Ich versuche es und trotzdem habe ich das Gefühl, es nicht richtig zu versuchen. Ich fühle mich schlecht, weil ich meine Erwartungen nicht erfülle und ich spüre, dass ich auf der Stelle stehe. Ich verstecke mich immer häufiger wieder hinter meinem Lächeln und meinem Make up. Ich schließe Empfindungen und Gedanken, die ich für völlig absurd und lächerlich finde in mir ein, obwohl sie mich belasten und ich stundenlang darüber grübel.

Ich mache mir Vorwürfe nicht genug zu kämpfen, die Zeit in der Klinik nicht verinnerlicht zu haben und irgendwie einfach aufzugeben. Ich habe Angst wieder in dieses Loch zu fallen. Ich weiß, dass ich es selbst in der Hand habe. Ich entscheide über mein Leben, aber was ist, wenn ich die falschen Weg einschlage – nicht die Kraft oder die Überzeugung habe wirklich zu kämpfen und mir selbst etwas vormachen.

Ich bin verwirrt, ängstlich, zweifelnd, unsicher, schuldig….schwach…

Advertisements
Kommentare
  1. Razor Blade sagt:

    so wie das klingt bist du voll in dein altes leben gerutscht das was du als letztes auf gezählt hast so geht es mir auch und ich habe auch angst das ich meine maske wieder aufsetze damit es mir besser geht also wie du siehst bist dunicht die einzige mit dieser angst.Kopf hoch ich weis du schaffst das.

  2. Clumsy sagt:

    Kennst du „Kognitive Verhaltenstherapie für Dummies“.

    http://www.amazon.de/Kognitive-Verhaltenstherapie-f%C3%BCr-Dummies-Willson/dp/3527703071/ref=cm_cr_pr_product_top

    Gibt es auch ein Übungsbuch zu

    http://www.amazon.de/dp/3527705740/ref=rdr_ext_sb_ti_sims_2

    Vielleicht lohnt sich ja mal da einen Blick reinzuwerfen

    • shynami sagt:

      Kannte ich bis jetzt noch nicht, aber ich werde es mir mal anschauen. Danke für den Tip…

      • Clumsy sagt:

        Upsi 🙂 wußte gar nicht, dass die Links gleich mit Bildchen angezeigt werden. War jetzt nicht meine Absicht. 🙂

        Ich fand das Buch nicht schlecht. Nicht so trocken. Nett geschrieben. Mal was anderes. Vielleicht hilft es dir ja. Einen Versuch wäre es wert, denke ich.

      • shynami sagt:

        Tja, WP kann uns halt immer noch überraschen 😉

        Ich kenn einige andere „…for dummies“ Bücher und fand sie bis jetzt auch nicht schlecht. Ich bin offen für vieles!

  3. nandalya sagt:

    Niemand kann immer nur stark sein. Auch Helden haben Zweifel. Und mit den Erwartungen ist das immer so eine Sache. Die Frage ist doch: Ist das Ziel wichtiger, oder der Weg?

    Du sagst du schließt Gedanken ein. Warum? Schreib sie hier auf. Lass sie frei, lass sie los. Aber lies sie nie wieder.

    Ich habe über den richtigen und falschen Weg schon oft geschrieben. Meiner Meinung nach gibt es den falschen Weg nicht. Du entscheidest dich immer für einen Weg. Und der ist dann eben richtig! Punkt! Schlimm wird es nur, wenn du an einer Kreuzung verharrst und dich nicht entscheiden kannst. Ob dir meine Gedanken helfen können weiß ich nicht. Sie sollen dir lediglich zeigen: Du bist nicht allein 🙂
    LG

    • shynami sagt:

      Ich danke dir!

      Mit ähnlichen Gedanken habe ich diesen Blog gestartet – mir einfach alles von der Seele zu schreiben und dadurch auch los zu lassen.
      Die Herausforderung dabei stellte sich dabei erst später raus. Abends, wenn ich zur Ruhe komme und meine Gedanken und Gefühle Achterbahn fahren, dann wenn ich es wohl am Ehesten gebrauchen könnte, dann wird es schwierig. Zumeist liege ich dann mit meinem Freund auf der Couch und versuche die Zweisamkeit zu genießen. Er weiß von diesem Blog liest ihn aber nicht. Ich möchte die wenige Zeit, die wir miteinander haben auch ungern damit verbringen am IPad zu hängen und mein Geschriebenes vor ihm verstecken. Ich muss noch irgendwie einen „Lösung“ finden.

      Du hast natürlich Recht, Stillstand ist schlecht. Jedoch fühle ich mich gerade sehr danach. Es ist so gesehen keine Kreuzung, sondern ein Anstieg, den ich gefühlt zur Zeit nicht bewältigen kann und immer weiter zurück rutsche. Kann man mein verwirrtes Gerede annähernd verstehen?

      • nandalya sagt:

        Ich verstehe dich sehr gut. Aber ich werde dir nicht zustimmen 😉 Du schreibst von einem Anstieg, einem nicht zu bewältigenden Weg. Es gibt Wege, die schwer zu gehen sind. Das ist so. Nun müssen wir analysieren warum das so ist. Vielleicht sind wir noch zu untrainiert, um einen solchen Anstieg in einem Zug zu bewältigen. Oder wir haben das falsche Rüstzeug an. Du verstehst? Die falschen Schuhe …

        Und manche Wege sind wirklich sehr steinig und steil. Dann sollte man vielleicht Pausen einlegen, oder nach Alternativen suchen. Warum eine Felswand einschlagen wollen, wenn nebenan ein kleiner, wenn auch längerer Pfad vorbei führt?

        Verwirrt bist du nicht, nur unsicher. Aber das sind wir alle dann und wann. Du kannst das!
        LG

  4. fiirvogu sagt:

    Mach Dir nicht so viele Gedanken – in so kurzer Zeit kannst Du Dein Verhalten nicht ändern. Das kann niemand. Wichtig ist doch, dass Du erkennst, dass Du wieder in alte Verhaltensmuster rutschst. Das ist in meinen Augen schon ein gutes Zeichen. Früher hättest Du vielleicht gar nicht gemerkt, dass Du Dich hinter Deinem Lächeln versteckst. Nimm Dir die Freiräume, die Du brauchst – es geht ja in erster Linie darum, dass es Dir gut geht. Notfalls leidet halt mal der Haushalt ein wenig. Oder Dein Lebensgefährte ist so lieb und unterstützt Dich dort. 🙂
    Sei geduldig mit Dir, dann wird das schon!
    Liebe Grüsse
    Charlotte

    • shynami sagt:

      Vielen Dank für die lieben Worte Charlotte.
      Früher hätte ich glaube ich nicht mal gemerkt, dass mein Lächeln falsch ist. Die Erwartungen an mich sind ziemlich hoch – vor allem von mir – und das mit der Geduld muss ich noch ein wenig üben 😉 Ich möchte halt immernoch alles alleine schaffen und zwar in einer Qualität, die ich momentan nicht leisten kann, dass muss ich mir leider immer wieder eingestehen.

      Liebe Grüße
      shy

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s