Mit ‘Depression’ getaggte Beiträge

Als Erstes möchte ich sagen, dass ich diesen Text aus dem Bauch heraus schreibe, so dass ich Gedankensprünge oder Themensprünge leider nicht vermeiden kann 😉

Ich merke wie ich jeden Tage mehr Momente habe, in denen meine alten Mechanismen siegen. Das klingt im ersten Augenblick nicht schlecht, aber diese Verhaltensmuster haben mich „damals“ schon völlig meiner Kraft beraubt. Ich möchte nicht wieder in dieses Loch fallen, denn ich glaube nicht, dass ich es noch einmal hinaus schaffen würde. Es ist schwer im „normalen Alltag“ immer abzuwägen und mir meiner jahrelang antrainierten Muster bewusst zu werden. Ich gleite ungewollt, aber irgendwie auch kampflos in meine alte „Rolle“. Ich bin verängstigt und verärgert über mich selbst.

Mein Essverhalten wird schlimmer, aber ich habe das Gefühl momentan gibt mir genau das Kraft. Ich hatte nach der Klinik gesagt, dass ich mindestens 2 Mahlzeiten esse. Ich muss mich zur Zeit zwingen überhaupt etwas zu essen. Dennoch empfinde ich es eher als Segen und gibt mir das Gefühl von Kontrolle (ich weiß, die habe ich in dem Punkt eigentlich schon verloren), was ich gerade mehr denn je brauche.
Meine „sozialen Kontakte“ vernachlässige ich, weil ich mich alleine zum jetzigen Zeitpunkt wohler fühle. Mir fehlt der Antrieb und die Kraft um gute Laune „zu spielen“, auch wenn ich genau weiß, dass ich das bei meinen Freunden nicht machen müsste. Andererseits fühle ich mich in meinen vier Wänden gefangen, obwohl ich wohl eher in mir gefangen bin. Ich suche nach jedem Fetzen Sicherheit und meine vertraute Umgebung fesselt mich. Ich nehme mir oft vor, mich bei bestimmten Personen zu melden und mich zu treffen oder einfach nur zu telefonieren, aber ich schiebe es auf die lange Bank und irgendwann ist es zu spät. Ich kann es nicht erklären, so will ich doch gar nicht sein.
Mein Selbstwertgefühl ist auf dem Nullpunkt. Ich kann mich weder im Spiegel anschauen, noch empfinde ich meine Tätigkeiten als sinnvoll. Ich mag mich einfach nicht mehr. Ich bin mir nicht sicher, ob das der Grund für mein Verhalten ist, aber umso mehr ich mich so minderwertig fühle umso mehr suche ich nach Bestätigung von außen. Ich hasse mich dafür, mein Umfeld so zu benutzen damit ich das Gefühl habe mich besser zu fühlen. In Wahrheit fühle ich mich dadurch nicht besser ganz im Gegenteil dadurch werden meine Selbstzweifel nur größer und das Unverständnis für mich. Ich suche an jeder Ecke nach dem Gefühl gemocht/geliebt zu werden, vor allem bei Männern. Manche würden dazu sagen, dass ich meinen Marktwert teste, aber das ist es nicht. Es ist wie ein Zwang, etwas über das ich die Kontrolle verliere. Diese Gefühl als wertvoller Mensch angesehen zu werden, der es wert ist, dass man sich seine Gegenwart wünscht. Ich hasse es!!! Ich hasse mich dafür!!! Ich verletze absichtlich Menschen. Ich suche den Weg aus diesem Moloch.

Ich fühle mich schwach und habe das Gefühl den Kampf zu verlieren. Ich gebe mir die Schuld daran. Vielleicht habe ich es einfach nur nicht genug versucht? Ich möchte nicht einer der Menschen sein, die sich hinter der Diagnose und Krankheit verstecken. Ich möchte kämpfen! Wieso stell ich mich dann so dumm dabei an? Ich meine, es klingt doch ganz einfach, dass zu ändern, was dich nicht glücklich macht. Wieso ist es für mich dann so schwer?

Das Arbeitsleben und ich…

Veröffentlicht: 6. Oktober 2013 in Gedanken
Schlagwörter:, , , , ,

Morgen ist es soweit, nachdem ich nun seit knapp 6 Monaten krank geschrieben bin, werde ich morgen früh ab 9:00 Uhr die erste Phase meiner Wiedereingliederung starten. Anfangen werde ich nur mit 2 Stunden eine Woche lang, danach zwei Wochen für 4 stunden und als letztes 6 Stunden ebenfalls für zwei Wochen. So sieht er aus, der Plan, den meine Therapeutin und ich uns ausgedacht haben. Ich war bei dem Gespräche mal wieder zu optimistisch und wollte alles richtig machen, denn ich hätte am liebsten die ganze Aktion in drei Wochen durchgezogen. Ich kann ja nicht noch länger der Krankenkasse/ dem Staat auf der Tasche liegen. Außerdem meldet sich nebenbei noch mein verdammtes Pflichtbewusstsein, was sich dagegen sträubt weiterhin auf der faulen Haut zu liegen.

Jedoch, wenn ich ehrlich bin, bekomme ich alleine bei dem Gedanken daran Zitteranfälle, kalten Schweiß und eine Panikattacke nach der anderen. Ich war in den letzten 6 Monaten seit dem Tag meines Zusammenbruches nicht einmal in der Nähe dieses Gebäudes. Ich konnte es einfach nicht! Vorgenommen hatte ich es mir öfter in einer guten Phase nur einmal daran vorbei zu fahren, aber ich konnte die Kraft dazu nicht aufbringen.

„Ein gebranntes Kind scheut das Feuer“, so ähnlich ist es bei mir. Meine Arbeit und mein Arbeitsalltag waren zwar nicht die Ursachen meiner Depressionen, aber der Auslöser für meine bis dato schlimmste Akutphase. Ich habe Angst davor, was mich dort erwartet und die absurdesten Befürchtungen spielen sich in mir ab. Wie werden mich meine Kollegen ansehen? Was werden sie von mir denken? Reden sie hinter meinem Rücken und Lachen über mich? Werde ich je wieder dazu gehören? Was passiert, wenn ich in den gleichen Strudel wieder gefangen werde? Ein zweites Mal überlebe ich diese Phase nicht. Ein zweites Mal will ich diese Phase nicht überleben!

Ich versuche mich abzulenken, die ganze Situation mit positiven Erwartungen/Hoffnungen erträglicher zu machen, aber die Gedanken währen nur Sekunden und werden umgedreht. Nun liege ich hier auf meiner Couch und klammere mich verzweifelt an meiner Tasse fest, starre auf die Uhr und hoffe die Zeit bleibt stehen. Ich will später nicht schlafen gehen und ich werde wahrscheinlich nicht schlafen…

Wie alles begann…

Veröffentlicht: 2. Oktober 2013 in Diary
Schlagwörter:, , ,

…und plötzlich stand sie im Raum – Diagnose: schwere Depression…

Ich bin eine 31 Jahre junge Frau und alles fing im April diesen Jahres an. (Nun ja eigentlich schon viel eher, aber dazu vielleicht später mehr)

Ich fühlte mich leer und sah keinen Sinn mehr im Leben. Sicherlich war es nur eine Form des temporären „ausgebrannt sein“ zumindest redete ich mir das ganz brav ein. Ein paar Tage später brach ich dann auf Arbeit unter Tränen zusammen. Mein Verhalten machte mir Angst und ich wusste auch nicht, wieso ich in diesem Moment so reagierte. Ich wurde zum Arzt geschickt und dieser verwies mich direkt in die psychiatrische Ambulanz. Doch was sollte ich da? Ich bin doch nicht verrückt oder etwa doch?

Mein erster Termin mit meiner Therapeutin stand fest. Doch wie sollte Sie mir helfen? Was sollte ich ihr erzählen? Ich wusste zwar, dass mit mir irgendetwas nicht stimmte, doch ob es so wichtig wäre damit Ärzte zu belästigen – dessen war ich mir nicht sicher. Einmal da, dachte ich mir, erzähle ich ihr eben alles, wenn sie mich auslacht und als Simulant darstellt, hätte ich wenigstens gewusst, dass ich nicht in die Psychiatrie gehöre. Ich berichtete von meinen Schlafstörungen, meinen Ängsten, dem Gedankenchaos und der Leere in mir. Ich war überrascht, dass ich in ihren Augen eine Art Mitleid zu sehen glaubte. Als sie mir dann noch mit einer verständnisvollen Stimme erklärte, dass sie mir gerne Antidepressiva verschreiben würde, war ich sprachlos . Ich war wohl doch nicht so normal, wie ich dachte und scheinbar waren meine Gedanken doch mehr als nur Gedanken.

…und plötzlich stand sie im Raum – Diagnose: schwere Depression…