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„Die Angst vor dem Angriff endet in der Flucht“

(Daniel Mühlemann)

In der 12wöchigen Therapie in der Tagesklinik, war ich ein Paradebeispiel für dieses Zitat.

Die ersten Wochen habe ich meine Probleme klein geredet und verdrängt. Ich suchte die Flucht in eine Art „Schwesternrolle“ und beschäftigte mich mehr mit den „schwerwiegenderen“ Problemen meiner Mitpatienten, ja sogar einige von Station, welche ich regelmäßig beim Rauchen traf.

Ich fragte mich sehr oft, wie ich den Platz in der Klinik verdient hätte, denn im Vergleich waren meine Probleme eher Kindergarten. Ich fühlte mich überbewertet und wie eine Verschwendung von Zeit und Geld. Ich fühlte mich schuldig, jemanden auf der Warteliste, der den Platz wahrscheinlich viel dringender brauchte, die Chance zumindest temporär zu vermasseln. Ich weiß nicht, vielleicht wollte ich mir auch beweisen, dass ich es verdient habe da zu sein. Mindestens um anderen zu helfen, wenn ich mir schon nicht helfen ließ.

Ich wollte meine Probleme auch irgendwie nicht in Angriff nehmen, wollte nicht darüber nach denken, was schief gelaufen war und niemanden damit belasten. Ich habe sehr lange gebraucht um aus diesem Fluchtgedanken heraus zu treten. Am Ende meiner 10. Woche machte es irgendwann *klick* und ich versuchte die verlorene Zeit zu gut es ging aufzuholen. Die letzten zwei Wochen waren schwer für mich, vor allem den Blick auf mich zu richten und meine Verhaltensweisen zu betrachten, zu prüfen und zu ändern. Ich merkte, dass mein Selbstbild stark von dem abwich, was bei Anderen ankam. Diese Diskrepanz gilt es nun zu minimieren und mein Selbstbild in ein realistisches Licht zu rücken.

Die Flucht in alte Strukturen/ Verhaltensweisen und Essgewohnheiten gab mir in einem Umfeld, welches in mir verstärkt Unsicherheit, Schuld, Angst und Zweifel auslöste, die nötige Sicherheit in diesem Moment. Es war jedoch eine sehr trügerische Sicherheit – ich habe genau das gemacht, was mich ich in die Klinik gebracht hat und was ich ablegen wollte und raubte mir in diesem Fall kostbare Zeit. Die Angst als Simulant gesehen zu werden, als jemand der einfach nur sein Leben nicht auf die Reihe bekommt, jemand der zu sensibel ist, hemmten mich offen darüber zu reden, was in mir vorging. In meinem Leben gab es nie einen Zeitpunkt X, an dem ich hätte festmachen können, dass es ab diesem Punkt in die falsche Richtung läuft. Ich kann mich an keinen Lebensabschnitt erinnern, in dem ich irgendwie nicht diese Gedanken hatte – diese ständige Unsicherheit, dieses dauerhafte Gefühl etwas falsch zu machen, diese Zweifel an mir und die Schuldgefühle wegen allem und jedem. Ich habe keine Situation die ich verarbeiten muss…ich weiß nicht, was mit mir los ist und woher dieses Gefühl kommt.

Ich bereue mein Verhalten und ärgere mich sehr über mich, aber  ich hatte wenigsten 2 Wochen um die richtige Richtung gezeigt zu bekommen…

Jetzt liegt es an mir und meinem Willen zu kämpfen/ anzugreifen…ich möchte nicht mehr fliehen!

Regen

Veröffentlicht: 9. Oktober 2013 in Lyrik
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Der Himmel über mir ist grau – !wolkenbedeckt
Nur in meinen Erinnerungen
weiß ich noch, es gibt eine Sonne
die den Tag erhellt und mich wärmt!
Ich schaue zum Himmel und ich merke,
dass mich dieser triste Anblick nicht mehr erschreckt!
Ist meine Seele und mein Herz genauso verblüht, wie die Blumen in meinem Garten?
Ich frage mich, wird die Wärme jemals wieder mein Gesicht berühren?
Wird meine Seele jemals wieder von den Sonnenstrahlen gestreichelt?
Kann ich ohne die sonne glücklich werden?

In diesem Moment brechen die Wolken auf.
Es fängt an zu regnen!
Ein Zeichen?
Mein Schicksal?

Ein Augenblick später wächst ein Regenbogen am Himmel!
Vereinzelt scheint die Sonne durch die Wolkendecke!

Und meine Hoffnung wächst mit jeder einzelnen Farbe
des Regenbogens!

Manchmal

Veröffentlicht: 7. Oktober 2013 in Lyrik
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manchmal
…rennt man mit offenen Augen Richtung Abgrund…
…verschließt man den Blick vor der Gefahr…
…verdrängt man die Gedanken an das Ende…
 
das Ende
…kommt schneller als man denkt…
…trifft dich härter als alles andere…
…raubt dir jegliche Kräfte…
 
manchmal
…verbrennt man sich an seinen Träumen…
…wünscht man sich den Abgrund…
…möchte man einfach nur aufgeben…
 
Momente,
…der Schwäche…
…der Angst…
…der Verzweiflung…
 
kurze Augenblicke
die dir alles nehmen!

Das Arbeitsleben und ich…

Veröffentlicht: 6. Oktober 2013 in Gedanken
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Morgen ist es soweit, nachdem ich nun seit knapp 6 Monaten krank geschrieben bin, werde ich morgen früh ab 9:00 Uhr die erste Phase meiner Wiedereingliederung starten. Anfangen werde ich nur mit 2 Stunden eine Woche lang, danach zwei Wochen für 4 stunden und als letztes 6 Stunden ebenfalls für zwei Wochen. So sieht er aus, der Plan, den meine Therapeutin und ich uns ausgedacht haben. Ich war bei dem Gespräche mal wieder zu optimistisch und wollte alles richtig machen, denn ich hätte am liebsten die ganze Aktion in drei Wochen durchgezogen. Ich kann ja nicht noch länger der Krankenkasse/ dem Staat auf der Tasche liegen. Außerdem meldet sich nebenbei noch mein verdammtes Pflichtbewusstsein, was sich dagegen sträubt weiterhin auf der faulen Haut zu liegen.

Jedoch, wenn ich ehrlich bin, bekomme ich alleine bei dem Gedanken daran Zitteranfälle, kalten Schweiß und eine Panikattacke nach der anderen. Ich war in den letzten 6 Monaten seit dem Tag meines Zusammenbruches nicht einmal in der Nähe dieses Gebäudes. Ich konnte es einfach nicht! Vorgenommen hatte ich es mir öfter in einer guten Phase nur einmal daran vorbei zu fahren, aber ich konnte die Kraft dazu nicht aufbringen.

„Ein gebranntes Kind scheut das Feuer“, so ähnlich ist es bei mir. Meine Arbeit und mein Arbeitsalltag waren zwar nicht die Ursachen meiner Depressionen, aber der Auslöser für meine bis dato schlimmste Akutphase. Ich habe Angst davor, was mich dort erwartet und die absurdesten Befürchtungen spielen sich in mir ab. Wie werden mich meine Kollegen ansehen? Was werden sie von mir denken? Reden sie hinter meinem Rücken und Lachen über mich? Werde ich je wieder dazu gehören? Was passiert, wenn ich in den gleichen Strudel wieder gefangen werde? Ein zweites Mal überlebe ich diese Phase nicht. Ein zweites Mal will ich diese Phase nicht überleben!

Ich versuche mich abzulenken, die ganze Situation mit positiven Erwartungen/Hoffnungen erträglicher zu machen, aber die Gedanken währen nur Sekunden und werden umgedreht. Nun liege ich hier auf meiner Couch und klammere mich verzweifelt an meiner Tasse fest, starre auf die Uhr und hoffe die Zeit bleibt stehen. Ich will später nicht schlafen gehen und ich werde wahrscheinlich nicht schlafen…

Unsicherheit überfällt mich…

Veröffentlicht: 3. Oktober 2013 in Gedanken
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Jeden Tag, jede Stunde, jede Minute kämpfe ich gegen dieses Gefühl an, dass mich jedes Mal wieder zerbricht. Dieses Gefühl, dass all deine Hoffnungen zerstört und dich an dem Sinn deines Lebens zweifeln lässt…

Ist alles, was ich sage oder wie ich reagier, falsch?

Es gibt Tage, da kommt diese Frage nicht eine Sekunde in mir auf. Leider gibt es zur Zeit noch mehr Tage, wo ich mir immer und immer wieder diese Frage stelle. Bin ich einfach nur zu sensibel und überbewerte die Reaktion meines Gegenübers? Vielleicht hat er auch nur einen schlechten Tag oder fühlt sich nicht wohl? Doch warum sollte er es dann an mir auslassen? Ich hinterfrage in solchen Augenblicken nicht einen Moment, ob die Reaktion gerechtfertigt ist. Ganz im Gegenteil gehe ich mit Sicherheit davon aus, dass ich etwas getan, gesagt oder mit meiner Mimik/Gestik der Auslöser war.

Wieso ich das denke? Ich weiß es nicht. Ich weiß, dass ich in keinster Weise perfekt bin und ich Fehler machen darf. Dennoch habe ich diesen Zwang in mir perfekt zu sein, alles richtig zu machen und von allen gemocht zu werden. Dieses Gefühl gebraucht zu werden und wichtig zu sein. Jedes kleine Anzeichen eines Konfliktes lässt mich an mir zweifeln, schwächt mein Selbstvertrauen und lässt die Unsicherheit wachsen. Ich will doch nur alles richtig machen und gleichzeitig ich selbst sein dürfen – so funktioniert es nur leider in der wirklichen Welt nicht.

Am Ende, in Situationen wie dieser, spiele ich nun alle Möglichkeiten durch, wie ich hätte anders reagieren können, was ich hätte sagen können und wie ich diese Situation anders hätte lösen können. So sitze ich nun hier auf meiner Couch, ärgere mich über mich selbst und werde mir das nächste Mal besser überlegen, was ich tue. Ich werde solange darüber nach denken, bis die Situation vorbei ist und ich mich dabei wieder total vergessen habe. Sicherlich könnte ich jetzt auch mit ihm darüber reden, aber was sollte das bringen. Ich möchte doch Nicht aus jeder Mücke einen Elefanten machen. Außerdem, für wie wichtig würde ich mich halten um über meine Probleme eine solche Diskussion zu starten?
Ich werde es wohl wieder in mich rein fressen und bereuen, dass ich nicht aus meinem alten Verhaltensmuster ausbrechen konnte.

Wieso fällt es mir so schwer? Wieso nehme ich lieber in Kauf mich schlecht zu fühlen als einmal für meine Gefühle zu kämpfen?

Kennt ihr solche Gedanken? Wie fühlt ihr euch dabei? Wie geht ihr damit um?

Liebe Grüße und Kuss,

Eure Shynami